Ein erfolgreiches Jahr 2018

Montag, 07. Januar 2019, 09:00 Uhr
Der unter Freunden des Fahrzeugbaus der DDR bekannte Autor Frank Rönicke schreibt in seinem Buch “DDR-Traktoren aus Nordhausen“: "...das IFA-Museum in Nordhausen reiht sich ein in die Reihe der großen Fahrzeugmuseen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR”. Das ist nicht die einzige Würdigung, die das Museum von Besuchern und Freunden aus allen Teilen der Bundesrepublik und dem Ausland in den wenigen Jahren des Bestehens erhalten hat. Die lange Tradition der Maschinenbaus in Nordhausen wird über viele Jahrzehnte geprägt von bedeutenden Betrieben, die den Namen der Stadt weit über ihre Grenzen hinaus, man kann sagen weltweit bekannt gemacht haben. Die technisch interessierten Besucher kommen aus nah und fern, einzeln, als Familien und als Reisegruppen, aus ganz Deutschland, aus Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, auch schon mal aus England und Amerika und allen Besuchern legen wir an´s Herz, auch die andern Nordhäuser Museen und Sehenswürdigkeiten zu besuchen.

Die Erfolgsgeschichte des IFA-Museums basiert allein auf zwei Säulen, einmal der Unterstützung durch Freunde und Förderer und zum Anderen der ehrenamtlichen Arbeit seiner Vereinsmitglieder. Im zurückliegenden Jahr besuchten ca. 5.000 Besucher die Ausstellung. Seit Eröffnung 2007 waren es damit über 32.000, nicht eingerechnet die vielen Interessierten auf den verschiedenen Messen und Schleppertreffen wie z.B. in Hannover, Erfurt oder Stuttgart und auch nicht zu vergessen das heimische Publikum in Sundhausen. Eine beachtliche Besucherschar!
Eine unserer Besonderheiten ist, dass das IFA-Museum schon allein mit seinem Namen den Ruf der Stadt als bedeutender Industriestandort weit über die Region hinaus trägt. Es ist mit seinen Exponaten sowie den Machern dicht bei den Fans historischer Technik vor Ort.
Große Bedeutung hat inzwischen die Arbeit mit den neuen Medien. Das IFA-Museum ist auf allen gängigen Museums- oder Internetplattformen präsent und erlangt auch auf diese Weise immer mehr Bekanntheit. Dazu kommt nicht nur die Verknüpfung mit dem Tourismusverband Südharz, unser Verein ist inzwischen auch in überregional agierenden Verbänden wie dem Museumsverband Thüringen oder dem Bund historische Landmaschinen Deutschland vertreten.
2018 war ein erfolgreiches Jahr mit vielen Höhepunkten. Sonderausstellungen zu Themen wie die Geschichte des Fahrrades, die Zerstörung von Nordhausen oder der Landmaschinenbau zogen viele zusätzliche Besucher an. Besondere Höhepunkte sind natürlich auch die inzwischen traditionsreichen Wintervorträge. Die Besuche von Täve Schur, den Nordhäuser Triathleten Katja und Ulrich Kontschak, den Professoren Carl Hahn und Peter Kirchberg von Volkswagen brachten einen besonderen Hauch von Geschichte in die Ausstellungsräume. Klasse und nicht Masse gehören zum Prinzip unseres Vereins. Auch die Treffen der Oldtimerfreunde aus Nordhausen, Mühlhausen, Lützen und die vielen Reisegruppen zeigten auf, welch besonders Interesse nach wie vor an diesem Ort der Technikgeschichte und an seinem Flair besteht. Für die Freunde der LKW aus Ludwigsfelde ist der Besuch inzwischen Tradition.
Zu den besonderen Aktivitäten gehört auch die Präsentation des IFA-Museums auf Ausstellungen und Treffen. Im letzten Jahr waren das die Schleppertreffen in Rudelsdorf und in Sundhausen sowie die Sonderausstellung auf der Landwirtschaftsmesse in Erfurt.
2018 erweiterten Exponate wie die Lok LD2 von Volker Lange aus Großpössna, der erste Geräteträger der DDR von Egon Scheuch aus Triptis, ein Elektroaggregat von Manfred Hartwig aus Artern oder die ehemalige Nordbrand Feuerwehr die Liste der Exponate. Im gleichen Jahr schenkte Familie Wymann aus der Schweiz unserem Museum die Lok H2. So konnte die alte Dame mit Hilfe vieler Unterstützer aus der Region komplett neu aufgebaut werden. Sie wird ab 2019 ein weiteres Glanzstück der umfangreichen Ausstellung. Nicht unerwähnt sollen auch die vielen kleinen und großen Schenkungen bleiben, die leider erst mal ins Magazin wandern, bis sich Zeit und Platz finden, sie auszustellen.
Die personelle Sicherstellung der Öffnungszeiten gelang auch 2018 nur mit Hilfe des Jobcenters des Landkreises und der GfAW des Landes Thüringen. Leider laufen ein Teil dieser Maßnahmen aus und es ist noch keine Lösung in Sicht, die Öffnung 2019 weiter durchgängig sicherzustellen.
Wir Vereinsmitglieder leisteten allein 2018 über 2.000 Stunden ehrenamtlich. Das genügt aber nicht, eine Einrichtung, die inzwischen einer staatlichen Einrichtung gleich funktioniert, zu betreiben und so den vielen Besuchern gerecht zu werden. Allein die über 60 Führungen erfordern intensives Engagement, dazu kommen Sonderveranstaltungen in den Räumen des IFA-Museums, die auch durch unseren Verein organisiert oder begleitet wurden.

Für 2019 stehen neue Aufgaben an. So ist eine engere Zusammenarbeit mit den Vereinen der Stadt geplant, die Reihe der Wintervorträge wird mit sehr interessanten Themen fortgesetzt, ein Projekt mit der Hochschule ist in Vorbereitung und wir werden wieder auf Ausstellungen außerhalb Thüringens die Industrie aus Nordhausen präsentieren. Ein besonderer Schwerpunkt muss jedoch die Arbeit mit den Schulen werden. Es kann nicht genügen, dass die Berufsschüler regelmäßig zu Exkursionen in die Montaniastraße kommen, denn wir brauchen auch die aktive Mitarbeit der Verantwortlichen in den Grund- und weiterführenden Schulen.
Dazu kommt natürlich der weitere Ausbau der Ausstellung. So ist eines der Ziele, die Großexponate endlich in geeigneten Räumen zu präsentieren. Das wird erneut erheblicher Anstrengungen an Zeit und Leidenschaft bedürfen.
Es betrübt deshalb uns Vereinsmitglieder, dass dem IFA-Museum von außen viel Anerkennung, Hilfe und Unterstützung zukommt, unsere Heimatstadt Nordhausen sich aber noch immer nicht zu ihrer Verantwortung gegenüber ihrer industriellen Geschichte und zu den Leistungen unseres Vereins bekennt.